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Was im inneren beginnt
"Mich beschäftigt die Frage, wie aus einer inneren Vorstellung äußere Wirklichkeit entsteht. Ein Gedanke kann zunächst nur in uns existieren und später eine Form annehmen, die auch andere Menschen erfahren. In diesem Übergang liegt für mich etwas Grundlegendes über unser Menschsein: Wir besitzen die Fähigkeit, Dinge hervorzubringen, die zuvor nur als Möglichkeit vorhanden waren. Das Master Key System von Charles F. Haanel hat meine Auseinandersetzung mit dieser Fähigkeit wesentlich geprägt. Ich glaube an einen schöpferischen Zusammenhang zwischen Bewusstsein und Wirklichkeit. Was wir denken, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten und was wir innerlich für möglich halten, wirkt in unser Leben hinein. Für mich hat dieser Zusammenhang eine geistige Dimension, die sich auch im Handeln und im Erschaffen ausdrückt. Besonders interessiert mich die Spannung zwischen dem Potenzial eines Menschen und den Grenzen, die er für sich als gegeben annimmt. Wir entwickeln Vorstellungen davon, wer wir sind, was uns zusteht und wie weit wir gehen können. Solche Vorstellungen können uns Orientierung geben und zugleich unseren Blick verengen. Meine Kunst setzt an der Möglichkeit an, diesen Blick zu öffnen. Mein eigener Weg hat meine Beschäftigung mit diesen Fragen geprägt. Die Bereitschaft, einer zunächst inneren Vorstellung zu folgen, verbindet meine musikalische und meine bildnerische Arbeit. Mit meiner Kunst möchte ich die Aufmerksamkeit auf die eigene schöpferische Kraft lenken. Ich wünsche mir, dass in der Begegnung mit meinen Arbeiten Raum entsteht, die eigenen Möglichkeiten neu zu betrachten. Mich interessiert der Moment, in dem ein Mensch etwas für sich denkbar werden lässt – und darin den Anfang einer Veränderung erkennt."
"Die sieben hermetischen Gesetze, uralte Prinzipien, die sich mit dem Verständnis des Universums beschäftigen, sind ein zentrales Thema in Kobranskys Werken. Es ist diese Kombination aus Handwerk, Originalität und spiritueller Tiefe, die ihn von anderen unterscheidet."
Der Vorstellung eine Form geben
Kobransky ist ein in Berlin lebender bildender Künstler. Im Zentrum seiner Arbeit steht die schöpferische Kraft des menschlichen Geistes. Seine Porträts und Architekturarbeiten beschäftigen sich mit der Frage, wie aus inneren Vorstellungen sichtbare Wirklichkeit entsteht. Gold und Silber prägen dabei seine Bildsprache. Der aus Wolfsburg stammende Künstler fand seinen ersten künstlerischen Ausdruck in der Musik. Mit 15 Jahren begann er, sich das Klavierspiel selbst beizubringen, und widmete sich später der Komposition von Filmmusik. 2017 wandte er sich der Malerei zu. Auch diesen Zugang entwickelte er autodidaktisch. Das eigenständige Erarbeiten von Fähigkeiten und Ausdrucksmöglichkeiten verbindet beide Bereiche seines Schaffens. Eine wesentliche gedankliche Grundlage seiner Kunst bildet die Auseinandersetzung mit Charles F. Haanels „The Master Key System“. Dessen Vorstellung einer Verbindung zwischen innerem Bewusstsein und äußerer Wirklichkeit berührt zugleich Kobranskys eigenen Lebensweg. Seine Arbeiten richten den Blick auf die Fähigkeit des Menschen, Vorstellungen zu entwickeln, Grenzen zu hinterfragen und Ideen eine konkrete Form zu geben. Seine Werke finden Käufer im In- und Ausland und sind Teil privater Sammlungen. WELT widmete ihm 2021 ein neunminütiges Videoporträt über seinen Weg als autodidaktischer Künstler und die internationale Nachfrage nach seinen Arbeiten. Kobranskys künstlerisches Interesse gilt dem Menschen als Gestalter: dem Ursprung seiner Ideen, dem Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten und dem Prozess, durch den etwas zunächst Unsichtbares Gestalt annimmt.
Gold als Ausdruck innerer Möglichkeiten
In Kobranskys Arbeiten begegnen sich die sichtbaren Ergebnisse menschlicher Vorstellungskraft und die Frage nach ihrem Ursprung. Persönlichkeiten wie Beethoven oder Steve Jobs sowie architektonische Bauwerke stehen für Ideen, die über ihren Urheber hinaus Wirkung entfalten. Sie verweisen auf einen schöpferischen Prozess: Etwas wird gedacht, nimmt Form an und verändert die Welt, in der wir leben. Die Verbindung zwischen diesen Motiven liegt in der menschlichen Fähigkeit, über das bereits Vorhandene hinauszudenken. Ein Musikstück, eine technische Entwicklung oder ein Bauwerk beginnt mit einer Vorstellung. Kobransky richtet die Aufmerksamkeit auf diesen geistigen Ausgangspunkt und auf das Potenzial, das er darin für jeden Menschen erkennt. Gold erhält innerhalb dieser Auseinandersetzung eine besondere Bedeutung. Kobransky verbindet es mit innerem Wert, Entwicklung und der Entfaltung menschlicher Möglichkeiten. Die kulturelle Nähe des Materials zu Kostbarkeit und Auszeichnung trifft dabei auf seine Überzeugung, dass schöpferisches Potenzial im Menschen selbst angelegt ist. In seinen Architekturarbeiten erweitert oxidiertes Blattsilber die Bildsprache um rötliche und blaue Farbnuancen. Die Veränderung des Materials lässt sich als weiterer Zugang zum Thema des Wandels lesen. Dauerhafte Bauformen begegnen einer Oberfläche, deren Erscheinung aus Verwandlung hervorgegangen ist. Die gedankliche Grundlage bildet Kobranskys Beschäftigung mit dem Master Key System. Aus ihr entwickelt er eine künstlerische Perspektive auf das Verhältnis von Bewusstsein und Gestaltung. Seine Werke laden dazu ein, die dargestellten Leistungen auch auf die eigenen, möglicherweise noch unausgeschöpften Fähigkeiten zu beziehen.